Projekte

Ad hoc-Vorhaben „Data Governance im Finanzsektor – Neue Intermediäre und Gaia-X“

Im Rahmen der Gaia-X-Initiative streben Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung verschiedener europäischer Staaten den Aufbau einer leistungsfähigen, sicheren, offenen, vertrauenswürdigen, föderierten Dateninfrastruktur auf Basis europäischer Werte und Normen an. Ähnliche Ziele verfolgt der von der EU-Kommission vorgeschlagene Data Governance Act (DGA). Dieser sieht die Möglichkeit vor, sektorenspezifisch neutrale Datentreuhänder (sogenannte „neue Intermediäre“) zu schaffen, welche den Datenaustausch zwischen Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen erleichtern und fördern soll. Aus dem Zusammenspiel zwischen Gaia-X und DGA kann ein neuartiges, komplexes Regulierungsregime entstehen, das diversen Akteur:innen vielfältige rechtliche, wirtschaftliche, politische sowie gesellschaftliche Möglichkeitsräume eröffnet. Vor diesem Hintergrund strebt das Ad hoc-Vorhaben an, das Zusammenwirken von Gaia-X und DGA und die daraus resultierende, im Entstehen begriffene regulatorische Landschaft sowie das zugehörige Organisations- und Politikfeld zu untersuchen. Der Fokus liegt hierbei auf dem Sektor der dezentral bereitgestellten Finanzdaten.

Verantwortlich:
Prof. Dr. phil. Petra Gehring, Technische Universität Darmstadt
Prof. Dr. iur. Florian Möslein, Dipl.-Kfm., LL.M. (London), Philipps-Universität Marburg

 

Projektgruppe „Normordnung Künstlicher Intelligenz (NOKI) – Bestand, System und Durchsetzung“

Digitale Technologien von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning werfen vielfältige normative Fragen auf, etwa nach der Haftung für algorithmische Entscheidungen. Die Beantwortung erfordert Normen, die sich aufgrund des innovativen Charakters jener Technologien erst herausbilden. Die Normbildung erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen und durch unterschiedliche Akteure – teils als ethische, von Experten entworfene Leitlinien, teils als technisch verankerte by design-Mechanismen, teils durch Anwendung geltenden Rechts, teils durch gesetzgeberisches Tätigwerden. Unterschiede bestehen überdies im Zuschnitt, mit teils sektor-, teils technologiespezifischen Regelungsansätzen. Die Projektgruppe erforscht die Normbildung, systematisiert den vielschichtigen Normbestand und sucht im Schnittfeld von Recht, Ethik, Technologie und Markt nach effektiven Durchsetzungsmechanismen.

Sprecher: Prof. Dr. iur. Florian Möslein, Dipl.-Kfm., LL.M. (London), Philipps-Universität Marburg
Stellvertreterin: Prof. Dr. iur. Anne Riechert, Frankfurt University of Applied Sciences

Projektgruppe „KI und Finance – Innovation, Resilienz und Verantwortung“

Künstliche Intelligenz zählt zu den zentralen Treibern des modernen Finanzsektors. Die enorme Breite von KI-Anwendungen zeigen Schlagworte wie FinTech, RegTech, Big Data, digitales Zentralbankgeld (CBDC) oder algorithmenbasiertes Kreditscoring. Die Entwicklung eines normativen Regelungsgerüsts für Banken, Kunden, Aufsicht und Zentralbanken steht freilich erst am Anfang. Wegen der Vielfalt und komplexen Interaktion der Finanzmarktakteure begegnen Normsetzer dabei besonderen Herausforderungen. Die Projektgruppe soll für drei Regelungsbereiche zur Entwicklung eines passgenauen regulatorischen Designs beitragen:
KI-Kreditscoring, KI-Anlegerprofiling sowie CBDC und Aufsicht.

Sprecherin: Prof. Dr. iur. Katja Langenbucher, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Stellvertreter: Prof. Dr. oec. publ. Alexander Benlian, Technische Universität Darmstadt



Projektgruppe „Nachhaltige Intelligenz – intelligente Nachhaltigkeit“

Zur weltweiten Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene haben die Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) formuliert. Die Digitalisierung stellt neue Herausforderungen an die Erreichung dieser Ziele, kann aber durch ihren transformationalen Charakter auch neue Möglichkeiten eröffnen. Konflikte und Synergien zwischen den SDGs im Allgemeinen und insbesondere in Bezug auf die Digitalisierung sind jedoch kaum erforscht. An dieser Stelle setzt die Projektgruppe an und zielt – unter Anwendung innovativer Ansätze wie Collaboration Engineering und Citizen Science – drauf ab, digitalisierungsbezogene Zielkonflikte und Synergien zwischen SDGs zu identifizieren, transdisziplinär zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Der Fokus liegt hierbei auf den SDGs 4 (Bildung für alle), 10 (weniger Ungleichheiten) und 12 (nachhaltige/r Konsum und Produktion).

Sprecher: Prof. Dr. iur. Gerrit Hornung, LL.M., Universität Kassel
Stellvertreter: Prof. Dr. phil. Gerd Doeben-Henisch, Frankfurt University of Applied Sciences

 


Projektgruppe „Datensouveränität“

Der Begriff der Datensouveränität hat eine erstaunliche Karriere gemacht. Derzeit avanciert er vielleicht sogar zu einem Leitparadigma der digitalen Gesellschaft. Allerdings sind mit ihm noch erhebliche Unklarheiten verbunden. Die Arbeit der Projektgruppe zielt vor diesem Hintergrund darauf ab, die konzeptionell-terminologische Varianz und die unterschiedlichen Verwendungszusammenhänge (einschließlich der Abgrenzung zu verwandten Begriffen wie digitale, Infrastruktur- oder Plattformsouveränität) zu erschließen und nachzuvollziehen. Auf dieser Basis wird ein klärendes Verständnis von Datensouveränität entwickelt. Geprüft wird, ob und warum dies eine theoretisch wie praktisch angemessene Reaktion auf die Herausforderungen der digitalen Gesellschaft darstellen könnte und welche technischen Optionen (etwa: Datentreuhandmodelle) die Umsetzung ermöglichen bzw. erleichtern könnten.

Sprecher: Prof. Dr. iur. Steffen Augsberg, Justus-Liebig Universität Gießen
Stellvertreterin: Prof. Dr. phil. Petra Gehring, Technische Universität Darmstadt

 


Projektgruppe „Verantwortungsdiffusion durch Algorithmen“

Zuschreibung wie auch Verschwinden persönlicher Verantwortung durch algorithmenbasiertes Entscheiden ist ein fundamentales Problem für Gesellschaft, Wirtschaft, Demokratie und Staat. Das Verbundprojekt greift Kernerscheinungen algorithmischen Entscheidens heraus, in denen eine Verantwortungsverschleierung und -verschiebung zu beobachten ist.

Sprecherin: Prof. Dr. iur. Indra Spiecker genannt Döhmann, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Stellvertreter: Prof. Dr. phil. Jörn Lamla, Universität Kassel



Pilotprojekt „Forschungsgruppe RoboTrust“

Seit einigen Jahren werden anthropomorphe Dienstleistungsroboter in verschiedenen Bereichen, wie z.B. Handel, Gastronomie oder Bankenbereich, eingesetzt und erforscht. Die Beantwortung der Frage, wie die inzwischen recht weit entwickelten Roboter verantwortungsbewusst, d.h. im Interesse und zum Schutz des Menschen adäquat eingesetzt werden können, steht im Mittelpunkt von RoboTrust.

Sprecherin: Prof. Dr. rer. pol. Dr. phil. Ruth Stock-Homburg, Technische Universität Darmstadt

 

Zur Website der Forschungsgruppe RoboTrust