Mercator-Journalist in Residence im September 2025

Juan S. Guse ist Schriftsteller und Soziologe.
Seine Romane »Lärm und Wälder« (2015) und »Miami Punk« (2019) erschienen bei S. Fischer. Zuletzt erschien dort »Tausendmal so viel Geld wie jetzt« (2025), das sich an der Schnittstelle von literarischer Reportage und soziologischer Studie bewegt. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, jüngst mit dem New York-Stipendium 2026 des Deutschen Literaturfonds. In seiner soziologischen Forschung widmet er sich primär den organisationalen Dimensionen der Bewertung von menschlicher Leistung. Er unterrichtet an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
Vorhaben
Am ZEVEDI wird er im September einige offene gebliebene Fäden aus seiner Recherche zu »Tausendmal so viel Geld wie jetzt« aufnehmen, die nicht zu ihrem analytischen Ende gefunden haben. Das Buch handelt von Männern, die mit der Spekulation auf Krypto-Assets einen sozioökonomischen Klassensprung erlebten haben, erzählt jedoch nicht nur deren Individualgeschichten, sondern vor allem die technosozialen Versprechungen, die Blockchains geknüpft werden. Während seines Aufenthalts in Darmstadt wird er sein ethnografisches Material, das die empirische Grundlage des Buchs darstellt, nochmals durchforsten und eine Typologisierung aller utopischen Narrative erarbeiten, die unter Krypto- Kleinanleger:innen zirkulieren. Ziel ist, einen generalisierenderen Zugang zum Material zu finden, für den im Buch aufgrund von dessen Erzählform nur bedingt Platz war.
Der Aufenthalt bei ZEVEDI – Impulse und Effekte
■ „Warum Kleinanleger selbst im Crash an Bitcoin und Co. glauben“ – Eine Typologie der Rechtfertigungen, DIE ZEIT, 25. März 2026.
■ Lesung und Diskussion: „Tausendmal so viel Geld wie jetzt – Reichtum, Tränen, Utopien: Vier Männer und ihre Kryptowährungen“, Centralstation Darmstadtm, 10. September 2025.



