Überwachungsstaat, Staats-Krypto und Bargeldende: Die Diskussion um den digitalen Euro und die Gestaltungsoptionen
Ein Beitrag von Valeryia Arnold & Nils Urbach
03. Juni 2026
Die Diskussion um den digitalen Euro ist geprägt von unterschiedlichen Meinungen, vereinfachenden Annahmen und zugespitzten Aussagen. Doch diese prägen das Meinungsbild stärker als die tatsächlichen Gestaltungsfragen. Ein Blick auf die Fakten zeigt: Die Debatte greift häufig zu kurz.

Wie stark diese verkürzte Perspektive die Diskussion bestimmt, zeigt sich besonders deutlich an Fragen, die immer wieder im Zusammenhang mit dem digitalen Euro auftauchen:
- „Schafft die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem digitalen Euro langfristig das Bargeld ab?“
- „Wird der digitale Euro zum Instrument staatlicher Überwachung?“
- „Wird die EZB mit dem digitalen Euro zur Konkurrenz für Geschäftsbanken?“
- „Ist der digitale Euro am Ende nur eine staatliche Kryptowährung?“
Solche hypothetischen Fragen sind eingängig, leicht verständlich, und genau deshalb prägen sie die öffentliche Wahrnehmung so stark. Nicht selten führen sie zu einer kritischen, mitunter auch ablehnenden Haltung gegenüber dem digitalen Euro. Das Problem ist dabei jedoch nicht, dass diese Aussagen völlig falsch wären. Sie sind eben nicht aus der Luft gegriffen. Blickt man auf andere Central Bank Digital Currency- also CBDC-Projekte oder bestimmte mögliche Ausgestaltungen, können einzelne dieser Aspekte durchaus zutreffen. Genau darin liegt jedoch die eigentliche Verzerrung: Aus möglichen Eigenschaften wird ein allgemeines Narrativ. Was theoretisch denkbar ist, gilt in der Debatte schnell als gegeben. Was in anderen Kontexten erprobt oder diskutiert wird, wird dabei oft unreflektiert auf den europäischen Kontext übertragen.
Auf diese Weise verschiebt sich der Fokus – weg von konkreten Gestaltungsentscheidungen hin zu vereinfachten Schlagworten.
Gerade deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die technologischen Grundlagen der Debatte – auf die Gestaltungsoptionen, die tatsächlich im Raum stehen. Denn entscheidend ist nicht, was in der öffentlichen Diskussion unterstellt wird, sondern was technologisch möglich ist, konkret diskutiert wird und unter den aktuellen Rahmenbedingungen als realistisch gilt. Um diese technologischen Grundlagen greifbar zu machen, stellt sich zunächst eine zentrale Frage: Wie lassen sich solche komplexen Systeme überhaupt sinnvoll strukturieren?
Die Architektur digitaler Zentralbankwährungen
Digitale Zentralbankwährungen sind im Kern komplexe digitale Anwendungen. Um solche Systeme zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf Ansätze aus der IT-Architektur. Ein häufig genutztes Prinzip ist dabei die Schichtenarchitektur, bei der Systeme in verschiedene Ebenen mit klar abgegrenzten Aufgaben unterteilt werden. Die oberen Ebenen liegen näher an den Nutzern und ihren Anforderungen, während die unteren Ebenen die technische Umsetzung und Datenverarbeitung abbilden. Genau dadurch wird sichtbar, wie politische, regulatorische oder funktionale Anforderungen schrittweise in konkrete technische Mechanismen übersetzt werden. Gerade im Zusammenhang mit digitalen Zentralbankwährungen schafft diese Perspektive eine sachlichere Grundlage für die öffentliche Debatte. Viele Fragen rund um den digitalen Euro lassen sich letztlich nur beantworten, wenn man betrachtet, welche technologischen Möglichkeiten tatsächlich vorgesehen sind und wie diese umgesetzt werden könnten. Die Analyse der Architektur hilft deshalb, technische Fakten stärker in den Mittelpunkt zu rücken und zwischen realistischen Ausgestaltungen und hypothetischen Szenarien zu unterscheiden. Für die Konferenz „The Digital Euro – Which Ways Forward?“ der ZEVEDI-Projektgruppe Die normativen Dimensionen des digitalen Euro (DINO) haben wir ein Tool entwickelt, um diese Ebenen und damit die Konsequenzen der Gestaltungsoptionen sichtbar zu machen. Nach der Analyse zahlreicher CBDC-Projekte und Forschungsbeiträge lassen sich vier zentrale Ebenen identifizieren: Zugang, Kontrolle, Geschäftsmodell und Daten. Diese vier Ebenen helfen uns im Folgenden, das Projekt des digitalen Euro anhand der EZB-Progress-Reports1European Central Bank:Progress on the preparation phase of a digital euro – third report, Frankfurt am Main: ECB, 2025. sowie des aktuell in Entwicklung befindlichen Scheme Rulebooks2European Central Bank: Update on the work of the digital euro scheme’s Rulebook Development Group, Frankfurt am Main: ECB, April 2025. einzuordnen und die realistischen Gestaltungsoptionen der öffentlichen Wahrnehmung gegenüberzustellen.

Zugangsebene: Wie der digitale Euro in den Alltag kommen könnte – und warum das nicht das Ende von Bargeld bedeutet
Die Zugangsebene hilft dabei, Fragen rund um Alltagstauglichkeit, finanzielle Inklusion und die zukünftige Rolle von Bargeld beim digitalen Euro konkreter einzuordnen. Denn genau hier entscheidet sich, wie Nutzer eine digitale Zentralbankwährung im Alltag erreichen und verwenden können, wie inklusiv das System ausgestaltet ist und wie stark es sich an bestehende Zahlungsgewohnheiten orientiert. Auch die oft diskutierte Frage nach der Zukunft von Bargeld lässt sich nur verstehen, wenn man betrachtet, wie Ein- und Auszahlungen technisch vorgesehen sind und welche Zugangswege das System überhaupt bietet.
Technisch ist der Gestaltungsspielraum dabei klar definiert: Der Zugriff kann über Apps, Web-Anwendungen oder physische Träger wie Karten erfolgen. Zahlungen lassen sich manuell eingeben, per QR-Code auslösen oder kontaktlos übertragen. Gleichzeitig kann die Architektur vorsehen, dass digitale Guthaben aus Bargeld aufgeladen und wieder in Bargeld zurückgeführt werden können.
Für den digitalen Euro zeichnet sich dabei eine klare Richtung ab. Im Mittelpunkt steht der Zugang über vertraute digitale Anwendungen, ergänzt um verschiedene Formen der Zahlungsauslösung wie QR-Codes oder kontaktlose Verfahren. Ziel ist nicht, ein völlig neues Nutzungsverhalten anzuregen, sondern die Integration in bestehende Zahlungsgewohnheiten sowie die Schaffung einer zusätzlichen europäischen Zahlungsinfrastruktur neben bestehenden, häufig von außereuropäischen Anbietern dominierten Lösungen. Gleichzeitig bleibt der Bezug zu Bargeld in einem technischen Sinne erhalten. Gerade dadurch wird greifbarer, warum der digitale Euro aktuell eher als Ergänzung zum bestehenden Zahlungssystem konzipiert wird.
Kontrollebene: Wie Zahlungen mit dem digitalen Euro geprüft werden sollen – und warum das nicht automatische Überwachung bedeutet
Kaum ein Vorwurf prägt die Debatte um den digitalen Euro so stark wie die Vorstellung eines umfassenden Überwachungsinstruments. Genau deshalb ist die Kontrollebene für die öffentliche Diskussion besonders relevant. Denn hier entscheidet sich, unter welchen Bedingungen Zahlungen durchgeführt werden können, welche Daten dafür benötigt werden und wie sichtbar Transaktionen innerhalb des Systems sind. Technisch existiert hier ein breiter Gestaltungsspielraum. Nutzer können vollständig identifiziert werden oder nur abgestuft, kleinere Zahlungen können geringeren Anforderungen unterliegen und Transaktionen können vollständig online, vollständig offline oder als Kombination aus beiden Ansätzen verarbeitet werden. Gleichzeitig können Daten unterschiedlich verarbeitet und voneinander getrennt werden. Entscheidend ist dabei nicht nur, welche Informationen existieren, sondern welche Akteure tatsächlich Zugriff darauf erhalten.
Für den digitalen Euro zeichnet sich dabei wieder ein klarer, stark an bestehenden Systemen orientierter Ansatz ab. Nutzer sollen ähnlich wie heute über Banken oder Zahlungsdienstleister identifiziert werden. Auch viele regulatorische Prüfungen, etwa zur Geldwäscheprävention, würden weiterhin von diesen Intermediären übernommen werden, ähnlich wie im heutigen digitalen Zahlungsverkehr. Gleichzeitig ist vorgesehen, dass Teile bestimmter Daten auch auf Ebene der europäischen Zentralbanken, also des Eurosystems, gespeichert werden, da Nutzer einen direkten Anspruch gegenüber der Zentralbank halten sollen und dieser technisch nachvollziehbar bleiben muss. Genau an dieser Stelle spielen jedoch die vorgesehenen Schutzmechanismen eine zentrale Rolle. Geplant ist insbesondere eine Trennung zwischen Identitätsdaten und Transaktionsdaten sowie der Einsatz starker Verschlüsselungsverfahren. Technisch bedeutet das: Die Zentralbank soll nicht automatisch vollständige Einblicke in das Zahlungsverhalten einzelner Nutzer erhalten. Die Logik ähnelt dabei in Teilen dem heutigen System zwischen Geschäftsbanken und Zentralbank. Werden heute Zahlungen zwischen Banken abgewickelt, verarbeitet die Zentralbank zwar bestimmte Kontoinformationen, kennt aber nicht automatisch die konkrete Identität hinter jeder einzelnen Kontoverbindung.
Gleichzeitig ist ein abgestuftes Prüfmodell vorgesehen: Größere Transaktionen sollen online und in Echtzeit überprüft werden, während kleinere Beträge auch offline abgewickelt werden können. Technisch orientiert sich diese Logik bewusst an Bargeld, da kleinere Zahlungen unmittelbarer und datenärmer möglich sein sollen als regulär geprüfte Transaktionen. Gerade dadurch wird die Einordnung des digitalen Euro greifbarer. Die technische Architektur zielt nicht auf maximale Sichtbarkeit aller Zahlungen, sondern auf eine differenzierte Verarbeitung abhängig vom jeweiligen Nutzungskontext.
Geschäftsmodellebene: Welche Rollen EZB und Geschäftsbanken künftig übernehmen sollen
Die Geschäftsmodellebene hilft dabei, eine der zentralen Fragen der Debatte besser einzuordnen: Welche Rollen sollen Zentralbank, Geschäftsbanken und Zahlungsdienstleister künftig im System des digitalen Euro übernehmen? Genau hier wird festgelegt, welcher Akteur für welche Aufgaben verantwortlich ist – etwa für Nutzerzugang, Zahlungsabwicklung, Identifizierung oder regulatorische Prüfungen. Dadurch schafft die Ebene Klarheit darüber, wie Verantwortlichkeiten innerhalb des Systems verteilt werden und welche technologischen Infrastrukturen die jeweiligen Akteure dafür einbringen.
Der Gestaltungsspielraum ist dabei groß. Digitale Zentralbankwährungen können vollständig zentral organisiert sein, sodass die Zentralbank selbst Nutzerkonten führt, Zahlungen verarbeitet und die direkte Schnittstelle zu Bürgern bildet. Ebenso sind stärker verteilte Modelle möglich, bei denen bestehende Intermediäre wie Geschäftsbanken und Zahlungsdienstleister zentrale operative Aufgaben übernehmen und ihre bestehenden Systeme in die Architektur integrieren.
Beim digitalen Euro deutet sich aktuell eine klare Arbeitsteilung an: Die EZB soll primär die grundlegende Infrastruktur und den digitalen Euro selbst bereitstellen, während Banken und Zahlungsdienstleister weiterhin die direkte Interaktion mit Nutzern übernehmen. Aufgaben wie Kundenbetreuung, Identifizierung, regulatorische Prüfungen oder Teile der Zahlungsabwicklung bleiben damit weitgehend bei bestehenden Marktakteuren. Dadurch orientiert sich die Architektur des digitalen Euro stark am heutigen Finanzsystem und baut auf bestehenden Rollen sowie etablierten technologischen Infrastrukturen auf.
Gerade dieser Punkt ist für viele Banken entscheidend. Die Sorge, die EZB könne mit dem digitalen Euro selbst zur Geschäftsbank werden und Einlagen in großem Umfang aus dem Bankensystem abziehen, wird durch die aktuell diskutierte Rollenverteilung bislang nicht gestützt. Zusätzlich sollen Haltelimits verhindern, dass größere Mengen an Einlagen kurzfristig in den digitalen Euro verschoben werden und dadurch Risiken wie digitale Bank Runs entstehen.
Datenebene: Welche Technologien hinter dem digitalen Euro stehen könnten
Die Datenebene bildet die technologische Grundlage des digitalen Euro. Während auf den vorherigen Ebenen definiert wird, wie Nutzer auf den digitalen Euro zugreifen, wie Zahlungen kontrolliert werden oder welche Akteure welche Aufgaben übernehmen, entscheidet sich hier, wie diese Anforderungen technisch umgesetzt werden können. Genau deshalb ist diese Ebene besonders relevant: Sie zeigt, wie überzeugend Funktionen wie Datenschutz, Offline-Zahlungen, Interoperabilität oder die Zusammenarbeit zwischen EZB, Banken und Zahlungsdienstleistern realisierbar sind.
Eine zentrale Frage lautet dabei: Wo werden Daten und Eigentumsansprüche gespeichert und wer verwaltet sie? Technisch können digitale Zentralbankwährungen vollständig kontobasiert organisiert sein, ähnlich wie heutige Bankkonten, oder stärker tokenbasiert funktionieren, d.h. digitale Werteinheiten existieren als eigenständige Datenobjekte auf digitalen Geräten, ähnlich einem digitalen Geldschein, und werden direkt von Gerät zu Gerät übertragen, ohne dass eine zentrale Stelle die Transaktion ausführen muss. Diese Entscheidung beeinflusst wiederum viele der zuvor diskutierten Funktionen. Kontobasierte Modelle passen stärker zu online geprüften Zahlungen und bestehenden Bankenstrukturen, während tokenbasierte Modelle insbesondere für Offline-Zahlungen relevant werden, da digitale Werte lokal gespeichert und direkt zwischen Nutzern übertragen werden können – ähnlich wie physisches Bargeld. Für den digitalen Euro deutet sich dabei aktuell ein hybrider Ansatz an. Größere und regulär geprüfte Zahlungen sollen weiterhin stark an bestehenden kontobasierten Strukturen orientiert bleiben. Gleichzeitig untersucht die EZB tokenbasierte Modelle insbesondere für Offline-Zahlungen. Auch bei der Datenverwaltung deutet sich bislang eher ein Ansatz an, der auf klar definierte Verantwortlichkeiten und bestehende Rollenverteilungen zwischen EZB, Banken und Zahlungsdienstleistern setzt.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Interoperabilität. Sie entscheidet darüber, wie gut sich der digitale Euro mit bestehenden Banken-, Karten- und Zahlungssystemen verbinden lässt. Technisch reicht das Spektrum hier von isolierten Systemen bis hin zu hoch standardisierten Infrastrukturen mit gemeinsamen Datenformaten und Schnittstellen. Für den digitalen Euro zeichnet sich dabei klar ab, dass die EZB möglichst stark auf bestehende europäische und internationale Standards aufbauen möchte, um eine hohe Kompatibilität mit existierenden Zahlungsinfrastrukturen zu erreichen. Im Mittelpunkt steht bislang also nicht die Ablösung bestehender Finanzinfrastrukturen, sondern deren gezielte Erweiterung um zusätzliche Funktionen wie Offline-Fähigkeit, interoperable Standards oder datenschutzfreundlichere Übertragungsmechanismen.
Fazit: Öffentliche Debatte und technologische Realität
Die Analyse der verschiedenen Ebenen zeigt vor allem eines: Viele der zentralen Aussagen rund um den digitalen Euro lassen sich in Hinblick auf die diskutierten Gestaltungsoptionen weder pauschal bestätigen noch eindeutig widerlegen. Sie hängen maßgeblich davon ab, wie einzelne Architekturentscheidungen tatsächlich gefällt werden. Genau deshalb greift die öffentliche Debatte häufig zu kurz. Aus theoretischen Möglichkeiten werden schnell allgemeine Narrative entwickelt, obwohl digitale Zentralbankwährungen sehr unterschiedlich gestaltet werden können.
Für den digitalen Euro zeichnet sich bislang kein radikaler Bruch mit bestehenden Strukturen ab. Vielmehr deutet sich eine Architektur an, die sich stark an heutigen europäischen Zahlungs- und Bankenstrukturen orientiert und diese um zusätzliche digitale Funktionen ergänzt. Gleichzeitig zeigen die aktuellen technologischen Überlegungen auch ein weiteres strategisches Ziel: Den Aufbau einer zusätzlichen europäischen Zahlungsinfrastruktur als Ergänzung zu bestehenden, häufig von außereuropäischen Anbietern dominierten Systemen. Die diskutierten Architekturentscheidungen – von Interoperabilität über bestehende Standards bis hin zur Einbindung etablierter Marktakteure – spiegeln genau diese Richtung wider.
Technologische Fragen ersetzen dabei keine politische oder gesellschaftliche Diskussion. Sie schaffen jedoch eine wichtige faktische Grundlage dafür, welche Entwicklungen tatsächlich realistisch erscheinen – und welche eher auf vereinfachten Annahmen oder hypothetischen Extremszenarien beruhen.
Redaktionelle Notiz zum Stand des politischen Prozesses von Erik Meyer
Voraussetzung für die Einführung eines digitalen Euro durch die Europäische Zentralbank ist eine legislative Grundlage seitens der gleichberechtigten Gesetzgeber der Europäischen Union (EU). Nachdem die EU-Kommission einen entsprechenden Legislativentwurf zum digitalen Euro vorgelegt hat und der Rat der Europäischen Union, in dem die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten vertreten sind, sich dazu – prinzipiell positiv – positioniert hat, steht zum Veröffentlichungszeitpunkt des vorliegenden Beitrags die Abstimmung über die Position des Europäischen Parlaments (EP) noch aus. Dessen Ausschuss für Wirtschaft und Währung berät bereits länger über eine betreffende Vorlage. Eine Einigung über alle zwischen den Akteuren der Fraktionen strittigen Aspekte ist bislang nicht öffentlich geworden. Inoffiziell gilt der Beginn der sitzungsfreien Zeit in der parlamentarischen Sommerpause als diesbezüglich relevanter Stichtag. Plenarsitzungen sind davor vom 6. bis zum 9. Juli 2026 anberaumt. Eine Verabschiedung ist die Voraussetzung für den Beginn der institutionellen Konsultation von Kommission, Ministerrat und Parlament, um eine inhaltliche Einigung zwischen diesen drei am EU-Gesetzgebungsprozess beteiligten Organen herbeizuführen. Der in diesem sog. Trilog ausgehandelte Kompromiss ist vorläufig und muss im Anschluss von Rat und EP formell verabschiedet werden, was meist ohne substantielle Änderungen geschieht. Unter den genannten Voraussetzungen wäre dann eine Entscheidung im Laufe dieses Jahres möglich. Davon abweichende Konstellationen würden sehr wahrscheinlich zu einer weiteren Verzögerung des Vorhabens führen.
Zitiervorschlag
Arnold, Valeryia & Nils Urbach (2026): Überwachungsstaat, Staats-Krypto und Bargeldende: Die Diskussion um den digitalen Euro und die Gestaltungsoptionen. In: eFin-Blog. https://zevedi.de/efinblog-ueberwachungsstaat-staats-krypto-bargeldende-diskussion-um-den-digitalen-euro-und-gestaltungsoptionen/ [03.06.2026]. https://doi.org/10.83253/erzr-cs92.
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Zum Diskursprojekt Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors
- 1European Central Bank:Progress on the preparation phase of a digital euro – third report, Frankfurt am Main: ECB, 2025.
- 2European Central Bank: Update on the work of the digital euro scheme’s Rulebook Development Group, Frankfurt am Main: ECB, April 2025.


