
Deutsche Gerichte können zivilrechtliche Verfahren inzwischen auf Englisch führen, etwa an Commercial Courts und Commercial Chambers nach §§ 119b, 184a GVG. Die dafür nötigen Dokumente müssen jedoch zugleich dem deutschen Recht entsprechen und sprachlich auf hohem Niveau ins Englische übertragen werden, woran gängige Übersetzungssoftware regelmäßig scheitert. An genau diesen schwierigen Stellen setzt das Ad hoc-Vorhaben an und untersucht, wie sich die anspruchsvolle Formulierungs- und Übersetzungsarbeit mithilfe Künstlicher Intelligenz teilautomatisiert unterstützen lässt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Petra Gehring von der TU Darmstadt arbeitet ZEVEDI dafür eng mit dem Hessischen Ministerium der Justiz (HMdJ), der Darmstädter WIANCO Ott Robotics GmbH und der Hochschule Fulda zusammen.
Im Zentrum steht ein KI-gestützter Workflow. Ein Agentensystem verknüpft verschiedene Werkzeuge generativer KI, darunter Übersetzungssoftware, große Sprachmodelle und juristische Datenbanken, um daraus Textvorschläge zu erzeugen, die den menschlichen Expertinnen und Experten assistieren. An schwierigen Stellen, an denen sich die juristische Bedeutung von einer Fachsprache in die andere nicht unmittelbar übertragen lässt, soll das System Übersetzungen auf hohem Niveau anbieten. Beispielhaft modelliert das Vorhaben praxisnahe Abläufe für drei Dokumentenarten der zivilrechtlichen Praxis: den Beweisbeschluss, den verfahrensleitenden Beschluss und das Urteil.
Auf der digitalen Souveränität liegt ein besonderes Augenmerk des Projekts. Ergebnis des Vorhabens ist eine Machbarkeitseinschätzung, die dem Land Hessen nächste Schritte ermöglicht.
Projektleitung
Prof. Dr. Petra Gehring, Technische Universität Darmstadt | mehr Information
Projektkoordination
Dr. Kai Denker, Technische Universität Darmstadt | mehr Information


