Autorschaft und Autorität. Zwischen Kollektiv, Kanon und KI

Laufzeit: November bis Dezember 2025

Ein Logo aus Kreisen und Linien

Die durch generative „KI“ (wie z.B. ChatGPT) ausgelösten Veränderungen in den Methodiken und vor allem im Alltag der Geisteswissenschaften – die vornehmlich textbasiert arbeiten – sind erheblich. In den Geisteswissenschaften und allen voran in der Philosophie erfüllen Texte keine hilfswissenschaftliche Funktion. Sie formulieren nicht lediglich „Ergebnisse“ von Forschung, sondern sie sind selbst das Medium des Forschens. Theoriebildung und Denken finden ganz wesentlich mittels Lektüren und methodisch gelenkten Schreibprozessen statt. So ist es kein Wunder, dass „KI“ in den Geisteswissenschaften derzeit zu heftigen methodologischen Kontroversen führt.

Brisant ist für die Theoriearbeit der Geisteswissenschaften zum einen die Gefährdung der Qualität von Texterstellung (und von textlicher Überlieferung generell). Zum anderen aber auch die Entwertung menschlicher Urheberschaft. Denn „KI“ beruht auf dem „Scraping“ von geisteswissenschaftlichen Publikationen und deren Verwertung zum KI-Training, was derzeit in einer rechtlichen Grauzone erfolgt, von Wissenschaftsautorinnen und Wissenschaftsautoren aber zunehmend kritisiert wird..

Für die Philosophie schließen sich hier Fragen an, die den Kern des Faches betreffen: Wie verändert sich wissenschaftliches Schreiben, wenn KI mitschreibt? Wie die Figur des Einzelautors – und wie das Verhältnis der Philosophie zu ihrem eigenen Diskurs?

Dr. Hannah Wallenfels, Philosophin aus Berlin, forscht zu diesen Fragen. Im November und Dezember 2025 war sie im Rahmen eines Kurzzeit-Fellowships Autorschaft und Autorität: Zwischen Kollektiv, Kanon und KI am ZEVEDI zu Gast. Ihre Arbeit hat sie in einem gut besuchten Kolloquium des Instituts für Philosophie an der TU Darmstadt vorgestellt. – Im Nachgang zu ihrem Aufenthalt erschien im März 2026 ein Essay im „Verantwortungsblog“: „Im Schatten der Kunst: Die Auswirkungen der KI-Debatte auf Autor:innenschaft in der Wissenschaft“.

Menschliche Hand und Roboterhand schreiben gemeinsam

Im Schatten der Kunst: Die Auswirkungen der KI-Debatte auf Autor:innenschaft in der Wissenschaft

Beitrag von Hannah Wallenfels für den ZEVEDI-Verantwortungsblog

Warum ist es um die Autor:innenrechte in der Wissenschaft nach wie vor still, während generative KI-Modelle immer weiter ungefragt und von allen Diskussionen unbehelligt gerade die mühsam erarbeiteten Ergebnisse aus der Wissenschaft verstoffwechseln? Es hat auch mit einem eigenwilligen Verständnis von Autor:innenschaft zu tun, das in der Wissenschaft dominiert, meint die Philosophin Hannah Wallenfels. Das müsse sich schleunigst ändern.

Projektleitung

Prof. Dr. Petra Gehring, Technische Universität Darmstadt | mehr Information

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