Mercator-Journalists in Residence

Im Rahmen des Diskursprojekts Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors – eFin & Demokratie bitten ZEVEDI und die Stiftung Mercator Journalist:innen und Medienschaffende im WWW um Bewerbungen.

Für einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen erhalten die Mercator-Journalists in Residence gegen eine Vergütung von monatlich 3.500 € den Freiraum, sich im Rahmen eines Gastaufenthalts bei ZEVEDI an der TU Darmstadt explorativ und ideenreich einem Forschungs- oder Praxisvorhaben im Themenfeld des digitalen Wandels des Finanzsektors und Demokratie zu widmen.

Es werden jährlich bis zu fünf Gaststipendien vergeben. Bewerbungen sind fortlaufend möglich.

Impulse setzen

Mercator-Journalists in Residence sind herausragende Persönlichkeiten, die zu spezifischen gesellschaftlichen, sozioökonomischen und technologiepolitischen Fragestellungen arbeiten und deren Interessen Anknüpfungspunkte an das Diskursprojekt eFin & Demokratie» aufweisen. Das Programm ist für Bewerberinnen und Bewerber aller Disziplinen offen. Einschlägige Erfahrung und Qualifikation in dem zur Bearbeitung vorgeschlagenen Thema werden vorausgesetzt.

Durch ihr Expert:innenwissen und ihre ausgezeichnete praktische Erfahrung wirken die Mercator-Journalists in Residence als wichtige Impulsgeber:innen im Themenbereich. Sie helfen, für ein bislang in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiertes Thema zu sensibilisieren und darin wichtige Impulse zu setzen, die mediale und wissenschaftliche Öffentlichkeit zu vernetzen und eine effektive Wissenschaftskommunikation zu entwickeln. Wir binden sie nachhaltig in unsere Arbeit ein, sodass sie ihr Expert:innenwissen und ihre Positionen durch Vorträge und Diskussionen in unsere Netzwerke einbringen können.

Aktuell

Friedemann Brenneis: Juli / August 2022

Erster Mercator-Journalist in Residence ist im Juli und August 2022 der freie Journalist Friedemann Brenneis. Die Jury überzeugte neben seinen Beiträgen für etablierte Medien auch die Vielfalt von digitalen Formaten, mit denen Brenneis das komplexe Thema „Bitcoin“ als Pionier für Interessierte aufbereitet: Vor allem sein Blog The Coinspondent» und ein erfolgreicher Podcast» bieten einen Einstieg in die Welt von Blockchain und Krypto-Kultur. Für seine Recherchen ist Brenneis schon bis nach El Salvador gereist, wo Bitcoin ein gesetzliches Zahlungsmittel ist. Darüber hinaus verantwortet er das Projekt Magic Future Money» bei dem „(un)mögliche geschichten vom geld der zukunft“ gesammelt und publiziert wurden. Vor Ort realisiert Brenneis auch den öffentlichen Vortrag „Warum Bitcoin?“ und präsentiert in Kooperation mit der Initiative Kultur einer Digitalstadt (KeD) die Ergebnisse seines Aufenthalts an der Geschäftsstelle von ZEVEDI unter dem Titel „Bitcoin – Gefahr oder Bereicherung für unsere Gesellschaft?“.

Mehr zum Vortrag „Warum Bitcoin?“ am 26. Juli 2022»

Mehr zum Vortrag „Bitcoin – Gefahr oder Bereicherung für unsere Gesellschaft?“ am 9. August 2022»

Brenneis über seinen Aufenthalt bei ZEVEDI

„Wie relevant ist Bitcoin und welchen Einfluss hat es auf unsere Gesellschaft? Seit 2013 gehe ich als Journalist dieser Frage nach und stoße seitdem immer wieder auf neue Antworten. Denn als dezentrales Projekt, das sich permanent und dynamisch weiterentwickelt, entzieht sich Bitcoin per Design einer systematischen Erfassung. Aussagen über das erste rein digitale Geld können daher immer nur Momentaufnahmen sein und stellen die Perspektive aus einer bestimmtem Position dar. Verschiedene Sichtweisen über Bitcoin sind daher oft gegensätzlich oder sogar widersprüchlich und immer geprägt von der individuellen Haltung und politischen und ökonomischen Interessen gegenüber dieser neuen und anderen Art von Geld. Doch was wissen wir angesichts dieser herausfordernden Informationslage tatsächlich über Bitcoin? In meiner Zeit am ZEVEDI habe ich einige der prominentesten gesellschaftlichen Konfliktlinien genommen und bin der Frage nachgegangen, ob Bitcoin eher als Bedrohung oder als Bereicherung für unsere Gesellschaft zu bewerten ist. Die Ergebnisse habe ich in einem Workshop und zwei Vorträgen präsentiert. Sie sind Zwischenergebnisse der fortschreitenden und zunehmenden Wechselwirkung zwischen Bitcoin und der Gesellschaft.“

Mercator-Journalists in Residence

ZEVEDI und die Stiftung Mercator vergeben jährlich bis zu fünf Gaststipendien.

Ausschreibung

Bewerbungsverfahren

Über die Vergabe der Gastaufenthalte an der Geschäftsstelle des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung in Darmstadt entscheidet eine Jury. Maßgeblich ist das Interesse der Bewerber:innen an wissenschaftlichen, sozioökonomischen und technologiepolitischen Fragestellungen im Themenfeld des digitalen Wandels des Finanzsektors und Demokratie. Die Entscheidung bemisst sich auch an der wissenschaftlichen und beruflichen Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber und der Qualität und Bedeutung ihres Vorhabens für die Ziele des Projekts eFin & Demokratie».

Das Format ist nicht zur Förderung von Studierenden auf Bachelor- oder Masterniveau gedacht. Es wird nicht als Promotions- und Habilitationsstipendium oder Abschlussstipendium, das sich an eine Förderung durch Dritte anschließt, vergeben.