Mercator-Journalists in Residence

Im Rahmen des Diskursprojekts Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors – eFin & Demokratie bitten ZEVEDI und die Stiftung Mercator Journalist:innen und Medienschaffende im WWW um Bewerbungen.

Für einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen erhalten die Mercator-Journalists in Residence gegen eine Vergütung von monatlich 3.500 € den Freiraum, sich im Rahmen eines Gastaufenthalts bei ZEVEDI an der TU Darmstadt explorativ und ideenreich einem Forschungs- oder Praxisvorhaben im Themenfeld des digitalen Wandels des Finanzsektors und Demokratie zu widmen.

Es werden jährlich bis zu fünf Gaststipendien vergeben. Bewerbungen sind fortlaufend möglich.

Impulse setzen

Mercator-Journalists in Residence sind herausragende Persönlichkeiten, die zu spezifischen gesellschaftlichen, sozioökonomischen und technologiepolitischen Fragestellungen arbeiten und deren Interessen Anknüpfungspunkte an das Diskursprojekt eFin & Demokratie» aufweisen. Das Programm ist für Bewerberinnen und Bewerber aller Disziplinen offen. Einschlägige Erfahrung und Qualifikation in dem zur Bearbeitung vorgeschlagenen Thema werden vorausgesetzt.

Durch ihr Expert:innenwissen und ihre ausgezeichnete praktische Erfahrung wirken die Mercator-Journalists in Residence als wichtige Impulsgeber:innen im Themenbereich. Sie helfen, für ein bislang in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiertes Thema zu sensibilisieren und darin wichtige Impulse zu setzen, die mediale und wissenschaftliche Öffentlichkeit zu vernetzen und eine effektive Wissenschaftskommunikation zu entwickeln. Wir binden sie nachhaltig in unsere Arbeit ein, sodass sie ihr Expert:innenwissen und ihre Positionen durch Vorträge und Diskussionen in unsere Netzwerke einbringen können.

Aktuell

Martin Karcher
November / Dezember 2022

Mercator-Journalist in Residence im November und Dezember 2022 ist der freischaffende Illustrator, Graphikdesigner und Comiczeichner Martin Karcher.

Mit zweifachem Diplom in Kommunikationsdesign sowohl der FH Konstanz als auch der Kunsthochschule Berlin-Weißensee arbeitete er als Praktikant und freier Mitarbeiter in Agenturen in Wien, München und Berlin. Ausstellungen hatte er im gesamten Bundesgebiet und Dänemark. Martin Karcher» lebt und arbeitet in Leipzig.

Im Rahmen seiner Residency arbeitet Martin Karcher an einem Comic zum Thema „digitales Bezahlen“ für ein Publikum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab 16 Jahren. Für diese Graphic Novel beschäftigt er sich bei uns mit den Utopien und Dystopien, die mit der Digitalisierung des Finanzsektors, insbesondere dem digitalen Bezahlen verbunden sind. Seine Arbeit und erste Ergebnisse wird Martin Karcher am 16.Dezember 2022 präsentieren – nähere Infos dazu werden zeitnah bekannt gegeben.

Alumni

Friedemann Brenneis
Juli / August 2022

Erster Mercator-Journalist in Residence war im Juli und August 2022 der freie Journalist Friedemann Brenneis. Friedemann Brenneis widmet sich dem Thema „Bitcoin“ in etablierten Medien ebenso wie in digitalen Formaten. Die vielfältige Welt von Blockchain und Krypto-Kultur diskutiert er sowohl in seinem Blog The Coinspondent» wie im erfolgreichen Podcast Honigdachs», den er seit 2015 gemeinsam mit zwei Co-Hosts betreibt. Er recherchierte unter anderem in El Salvador, dem Staat, der globale Aufmerksamkeit erregte, als er 2021 erstmalig Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführte. Zudem hat Brenneis das Projekt Magic Future Money» ins Leben gerufen, das „(un)mögliche geschichten vom geld der zukunft“ gesammelt und schließlich als Buch publiziert hat.

Während seiner Residency ging Friedemann Brenneis weiter der Frage nach, ob Bitcoin wirklich der Auslöser für eine neue Form zivilgesellschaftlichen, politischen und demokratischen Engagements sein könnte bzw. ob die Infragestellung des staatlichen Geldmonopols und etablierter Machtstrukturen, tragende Grundideen von Bitcoin, letztlich gefährdend oder gewinnbringend für unser Gesellschaft sein könnte. Neben einem öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Warum Bitcoin?“ präsentierte er seine Ergebnisse schließlich in einer Kooperation mit der Initiative Kultur einer Digitalstadt (KeD) unter dem Titel „Bitcoin – Gefahr oder Bereicherung für unsere Gesellschaft?“.

Mehr zum Vortrag „Warum Bitcoin?“ am 26. Juli 2022»

Mehr zum Vortrag „Bitcoin – Gefahr oder Bereicherung für unsere Gesellschaft?“ am 9. August 2022»

Brenneis über seinen Aufenthalt bei ZEVEDI

„Wie relevant ist Bitcoin und welchen Einfluss hat es auf unsere Gesellschaft? Seit 2013 gehe ich als Journalist dieser Frage nach und stoße seitdem immer wieder auf neue Antworten. Denn als dezentrales Projekt, das sich permanent und dynamisch weiterentwickelt, entzieht sich Bitcoin per Design einer systematischen Erfassung. Aussagen über das erste rein digitale Geld können daher immer nur Momentaufnahmen sein und stellen die Perspektive aus einer bestimmten Position dar. Verschiedene Sichtweisen über Bitcoin sind daher oft gegensätzlich oder sogar widersprüchlich und immer geprägt von der individuellen Haltung und politischen und ökonomischen Interessen gegenüber dieser neuen und anderen Art von Geld. Doch was wissen wir angesichts dieser herausfordernden Informationslage tatsächlich über Bitcoin? In meiner Zeit am ZEVEDI habe ich einige der prominentesten gesellschaftlichen Konfliktlinien genommen und bin der Frage nachgegangen, ob Bitcoin eher als Bedrohung oder als Bereicherung für unsere Gesellschaft zu bewerten ist. Die Ergebnisse habe ich in einem Workshop und zwei Vorträgen präsentiert. Sie sind Zwischenergebnisse der fortschreitenden und zunehmenden Wechselwirkung zwischen Bitcoin und der Gesellschaft.“

Mercator-Journalists in Residence

ZEVEDI und die Stiftung Mercator vergeben jährlich bis zu fünf Gaststipendien.

Ausschreibung

Bewerbungsverfahren

Über die Vergabe der Gastaufenthalte an der Geschäftsstelle des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung in Darmstadt entscheidet eine Jury. Maßgeblich ist das Interesse der Bewerber:innen an wissenschaftlichen, sozioökonomischen und technologiepolitischen Fragestellungen im Themenfeld des digitalen Wandels des Finanzsektors und Demokratie. Die Entscheidung bemisst sich auch an der wissenschaftlichen und beruflichen Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber und der Qualität und Bedeutung ihres Vorhabens für die Ziele des Projekts eFin & Demokratie».

Das Format ist nicht zur Förderung von Studierenden auf Bachelor- oder Masterniveau gedacht. Es wird nicht als Promotions- und Habilitationsstipendium oder Abschlussstipendium, das sich an eine Förderung durch Dritte anschließt, vergeben.