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Autor: Elias Adanu eFin-Blog Farbe: hellblau

Afropolitans: Wie eine digitale Community zur souveränen Nation werden will

Afropolitans: Wie eine digitale Community zur souveränen Nation werden will

Ein Beitrag von Elias Adanu

18. Dezember 2025

Stellen Sie sich vor: Wir schreiben das Jahr 2030. Sie sind Afrikanerin oder Afrikaner. Sie leben irgendwo im Ausland, in Afrika, Europa, Nordamerika oder Asien. Sie besitzen einen digitalen Pass, der durch eine digitale Identität gesichert ist und shoppen online und offline mit Bitcoin oder Ethereum, besitzen digitales Eigentum in Form von NFTs und Ihr digitaler Pass ermöglicht Ihnen, ähnlich wie der US-amerikanische oder deutsche, weltweit einfachen Zugang. Und die Kryptowährungen befreien Sie von den Limitierungen, denen Ihre nationale Währung unterliegt. All diese Vorteile ermöglicht Ihnen Ihre Staatsbürgerschaft in einer souveränen, digitalen Nation die mächtiger ist als das afrikanische Land ihrer Herkunft. Was noch? Es gibt eine Super-App, über die Sie auf deren Dienste zugreifen können, darunter speziell kuratierte professionelle Networking-Ressourcen für Menschen wie Sie, Angehörige der afrikanischen Diaspora aus der oberen Mittelschicht.

Eine von Code überzogener Umriss des afrikanischen Kontinents
Erstellt mit Adobe Firefly.

Dies ist die Zukunft, die Afropolitan Network verkauft. Jahrlang hatte es in Kalifornien Wochenend-Mixer und kulturelle Veranstaltungen für junge afrikanische Fachkräfte ausgerichtet. 2022 positionierte sich die von Silicon Valley-affinen afrikanischen Unternehmer:innen gegründete, professionelle Networking-Organisation mit der kühnen Mission neu, eine digitale Afropolitan Nation aufzubauen. Dieses Rebranding surfte auf der Welle der rasanten Verbreitung von Kryptowährungen und NFTs in den ersten COVID-19-Jahren sowie der euphorischen Prognosen, Blockchain- und Web 3.0-Technologien seien die nächste Verheißung globalen Computings und neuen Wohlstands.

Es war die Zeit, als sich NFTs für Millionensummen verkauften und Menschen über Nacht zu Krypto-Millionären wurden. In diesem Klima des Optimismus begann Afropolitan Network seine Vision einer digitalen Nation in die Tat umzusetzen: 500 potenziellen Gründungsbürger:innen wurden Limited Access – Bürgerausweise verkauft. Diese anfängliche Begrenzung verlieh dem Projekt einen Hauch von Exklusivität, obwohl Afropolitan Network letztendlich Zugang für jeden versprach. Die als digitale Pässe vermarkteten Bürgerausweise wurden auf OpenSea, einem NFT-Marktplatz auf der Ethereum-Blockchain „geminted“ bzw. „geprägt”. Jeder dieser Pässe ging mit einem NFT-Avatar,  einem Kind mit einzigartigem Aussehen, einher. Die kindlichen Züge des NFT-Avatars wurden als visuelle Darstellung der Wiedergeburt Afrikas erklärt.

Zu diesem Zeitpunkt schien das Vertrauen in Kryptowährungen und NFTs als grundlegender Infrastruktur auf mindestens vier Annahmen zu beruhen: Erstens würden die Bürger:innen der neu geschaffenen digitalen Nation ein gesetzliches Zahlungsmittel benötigen, um Geschäfte in der digitalen Welt abzuwickeln. Monate zuvor, im Oktober 2021, hatte Mark Zuckerberg Metas Vision für ein Metaverse vorgestellt, in dem digitale Immobilien gekauft, kostenpflichtige Konferenzen organisiert und Communities aufgebaut und gepflegt werden könnten. Afropolitan Network könnte daraus geschlossen haben, dass eine funktionsfähige digitale Nation auch eine digitale Währung benötigen würde. Zweitens würde die Begeisterung für Kryptowährungen die Attraktivität der digitalen Nation für potenzielle Gründungsbürger:innen steigern:  durch die mit der Staatsbürgerschaft verbundenen NFTs hätten sie ein investierbares Asset und die Möglichkeit, einer exklusiven Gruppe anzugehören. Der gemeinsame Besitz von Afropolitan-NFTs würde wahrscheinlich Gemeinschaft stiften und ähnlich funktionieren wie teure Sportwagen oder exklusive Clubs, die Wohlhabende miteinander verbinden und zugleich von anderen abgrenzen. Drittens würden Kryptowährungen und NFTs die digitale Afropolitan Nation als fortschrittlich und technologisch versiert kennzeichnen– eine direkte Aufforderung an das Afrika, das Afropolitan Network zu reformieren beansprucht. Schließlich sollte die Blockchain als dezentrales öffentliches Register, auf dem NFTs und Kryptowährungen beruhen, etwaige Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Kauf und Besitz von Afropolitan-NFTs zerstreuen. Die NFTs, die die Staatsbürgerschaft in der digitalen Nation garantierten, sollten damit sogar sicherer sein als staatliche Daten.

Diese Annahmen müssen überzeugt haben, denn alle Gründungsbürgerschaften waren kurz nach ihrem Launch bereits ausverkauft. Und Medienberichten zufolge sammelte Afropolitan Network zum Aufbau der digitalen Nation über zwei Millionen Dollar von Risikokapital-Anlegern ein.

Was sollte schon schiefgehen? Nun: Seit 2022 ist der NFT-Markt eingebrochen, der Blockchain-Optimismus auf realistischere Anwendungsfälle zusammengeschrumpft und obwohl in Kryptowährungen weiterhin investiert wird, haben sie ihren anfänglichen Glanz verloren. So brach beispielsweise FTX, eine der größten Krypto-Börsen, zusammen und ihr in Ungnade gefallener CEO, Sam Bankman-Fried, wurde inhaftiert. Auch die vom Afropolitan Network geprägten digitalen NFT-Pässe sind inzwischen so gut wie wertlos, auch wenn die Gründungsbürger:innen ihren Status beibehalten haben. Eindeutig geben Unsicherheiten hinsichtlich der NFT-, Blockchain- und Kryptowährungsmärkte Anlass zur Sorge, da der Erfolg von Afropolitan Network untrennbar mit dem Hype um die Zukunft dieser Technologien verbunden war. 

Trotzdem hat Afropolitan Network sein Angebot einer erfolgreichen digitalen Nation weiter verfeinert. Ihrem Manifest zufolge ist es ihr Ziel, „allen Afrikanern ein Leben in Fülle zu ermöglichen”. Dieses Leben im Überfluss soll durch die Zusammenführung „des Besten, was Afrika und die Diaspora in den Bereichen Kunst, Finanzen, Technologie, Gesundheit, Energie, Sport und Medien zu bieten haben” verwirklicht werden. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es jetzt eine mobile App für speziell kuratierte Networking-Ressourcen und Veranstaltungen für Afrikaner:innen der oberen Mittelschicht in der Diaspora. Sie haben zudem eine Dating-App mit KI-gestützten Filter- und Matching-Funktionen herausgebracht und eine Plattform für privates Mentoring durch Expert:innen der afrikanischen Diaspora aus den Bereichen Kunst, Finanzen und Technologie gestartet. Außerdem gibt es einen wöchentlichen Podcast, der afrikanische Unternehmer:innen und Vordenker:innen vorstellt und wie sie Herausforderungen im Privat- und Geschäftsleben gemeistert haben. All dies soll dem Aufbau einer Community für Fachkräfte in der Diaspora dienen, die diese Vision einer transnationalen afrikanischen Community auf Basis von Web 3.0 teilen. 

Wer will eine digitale Nation?

Das Konzept einer digitalen Nation ist nicht neu. Man denke an Estland, das seit seinen „Prinzipien der estnischen Informationspolitik” von 1998 darauf hinarbeitet, seinen gesamten Behördenapparat digital zu betreiben. Est:innen können heute Steuern zahlen, heiraten und sich scheiden lassen, ein Unternehmen registrieren, Strafzettel bezahlen, Dokumente beglaubigen lassen und 100% aller Behördengänge online erledigen. Um ausländische Investitionen anzuziehen, gibt es auch eine E-Residency für Ausländer:innen, mit der sie Unternehmen registrieren und Dienstleistungen in Anspruch nehmen können, ohne in Estland physisch vor Ort zu sein. Oder denken Sie an die Einführung von Bitcoin als nationaler Währung in El Salvador zwischen 2021 und 2025, ein Projekt, das aufgrund der Volatilität von Bitcoin, geringer Akzeptanz und lückenhafter Aufklärung der Öffentlichkeit weitestgehend gescheitert ist. Oder Tuvalu, eine kleine Inselnation, die sich im Metaverse neu erschafft, um angesichts der Auslöschungsgefahr durch einen steigenden Meeresspiegel ihr Erbe zu bewahren. Darüber hinaus besteht weltweit moderates Interesse an solchen Experimenten. Nicht zuletzt, weil die Digitalisierung eines Landes Regierungen die Möglichkeit bietet, ihre Bürokratie zu modernisieren, Technologieunternehmen Profitmöglichkeiten bietet und öffentliche Dienstleistungen verspricht, die flexibler und reaktionsschneller werden.

Die digitale Afropolitan Nation ist jedoch einzigartig. Anders als Estland, El Salvador, Tuvalu oder andere Regierungen, deren digitale Strategie auf die Modernisierung bestehender Infrastrukturen abzielt, um Zugänglichkeit zu verbessern und Kosten zu senken, hat die digitale Afropolitan Nation das ehrgeizige Ziel, eine völlig neue, online-basierte souveräne Entität zu schaffen. Die Gründungsbürger:innen werden Berufstätige der afrikanischen Diaspora aus aller Welt sein, verbunden allein durch ihre gemeinsame afrikanische Herkunft und die geteilte Vision einer prosperierenden digitalen Nation. Anders als die meisten modernen souveränen Nationen, verfügt die von Afropolitan Network vorgeschlagene Nation nicht über ein klar definiertes Territorium, eine dauerhafte Bevölkerung mit einheitlicher Geschichte, eine gewählte Regierung, eine Verfassung und andere legitimierende Institutionen, auf denen eine souveräne Nation beruhen könnte. Und wie diese digitale Nation Souveränität und Legitimität für analoge geopolitische Beziehungen erhalten soll, ist unklar. Der ausgefallene Wunsch nach einer digitalen Nation ist hingegen allzu nachvollziehbar.

Denn im Rahmen der Unabhängigkeitsbestrebungen seit den 1950er Jahren hatten die Anführer der Unabhängigkeitsbewegungen ihren Bürger:innen große Versprechungen gemacht, was die Aussicht auf Selbstregierung angeht. Den Kolonialherren die Macht zu entreißen sei nur der erste Schritt. Die Wirtschaft wiederaufzubauen, ihre Gesellschaften zu restrukturieren, sich auf ihre eigenen Kulturen und Sprachen zurückzubesinnen sowie das Ansehen des Kontinents nach Jahrhunderten der Sklaverei und des Kolonialismus wiederherzustellen, seien die nächsten Schritte. Versprochen wurden freie, gerechte und prosperierende Gesellschaften. Doch Jahrzehnte später hat die Unabhängigkeit ihre Versprechen nicht erfüllt, aus Gründen, die zu erläutern den Rahmen sprengen würde, die aber von neokolonialer globaler Politik bis zu Führungsversagen reichen. Entsprechend ist in Afrika eine weit verbreitete Desillusionierung gegenüber dem Nationalstaat als Mittel zur Erreichung von Freiheit, gerechter Ressourcenverteilung, Gerechtigkeit und Wohlstand zu beobachten.

Entscheidend ist, dass Afrikaner:innen heute von der globalen Mobilität von Menschen, Finanzen und Ideen stärker ausgeschlossen sind als je zuvor. Sie müssen eine Unmenge an Dokumenten vorlegen und sich intensiven Kontrollen und entwürdigenden Prozeduren unterziehen, um Visa für Reisen außerhalb des Kontinents zu erhalten. Gängige transnationale Zahlungsplattformen wie Wise oder Revolut schränken afrikanische Nutzer:innen stark ein und schneiden sie damit effektiv von globalen Kapitalflüssen ab. Mit anderen Worten: Fast sieben Jahrzehnte nachdem Ghana als erstes afrikanisches Land seine Unabhängigkeit erlangt hat, hat sich in Bezug auf die Integration afrikanischer Länder in die Weltwirtschaft nur sehr wenig geändert.

Kein Wunder also, dass Afropolitan Network eine Chance sieht, Neuland zu betreten. Anstatt sich der verbreiteten Forderung nach besserer Governance auf dem Kontinent anzuschließen oder Euro-Amerika für sein fortgesetztes neokoloniales Wirken in Afrika zu tadeln, verfolgt das Afropolitan Network ein anderes Ziel: Es will eine digitale Community ins Leben rufen, die mit der Schlagkraft eines souveränen Staates ausgestattet ihre Interessen auf der globalen Bühne als geopolitisch gleichberechtigtes Gegenüber vertreten kann. Auf digitalem Weg soll das Image Afrikas neu gestaltet werden. Und in einer Zeit, in der globale Konzerne wie Meta und Apple über enorme Ressourcen verfügen und mehr Macht ausüben als die meisten Regierungen, erscheint die Idee einer mächtigen digitalen Nation vielleicht gar nicht so abwegig.

Die Sehnsucht nach etwas Besserem

Es ist leicht, die digitale Afropolitan Nation als elitäres und realitätsfernes Unterfangen abzutun, das die tatsächlichen Probleme ignoriert, mit denen Afrikaner:innen auf dem Kontinent und in der Diaspora konfrontiert sind. Das Konzept des „Afropolitanismus”, von dem sich der Name Afropolitan Network ableitet, sah sich ähnlicher Kritik ausgesetzt. Seit der Begriff vor zwei Jahrzehnten geprägt wurde, um zeitgenössische Formen afrikanischer Mobilität, Literatur und Kreativität zu beschreiben, wird der Afropolitanismus als elitär und ausgrenzend kritisiert. Skeptiker:innen behaupten zudem, der Afropolitanismus sei lediglich ein weiterer neoliberaler Marketingtrick von Big Business, um aus afrikanischer Kultur kommerziellen Mehrwert zu ziehen.

Völlig unbegründet sind diese Vorwürfe nicht. Schließlich war der Zugang zur Staatsbürgerschaft der digitalen Afropolitan Nation bei ihrer Gründung stark eingeschränkt: Es setzte den Erwerb eines NFT auf Ethereum voraus, das als Bürgerausweis dienen und den Zugang zu Ressourcen der digitalen Nation regeln würde. Hinzu kommt, dass viele der Gründungsafropolitans, die auf der Webseite aufgeführt sind, Führungspersönlichkeiten aus Technologie, Finanzen und Kunst sind, meist in Fortune 500-Unternehmen tätig, die eine Elite der afrikanischen Diaspora repräsentieren. Darüber hinaus werden andere Teile der digitalen Nation von Afropolitan Network bereits monetarisiert. Legacy, der KI-gestützte Dating-Service, kostet je nach gewähltem Tarif 22, 25 oder 49 Dollar pro Monat, während auf Convo, dem privaten Mentoring-Service, Mentor:innen zwischen 89 und 1040 Dollar Honorar für 15 Minuten verlangen. Ihr plattformübergreifender Podcast hat ebenfalls eine wachsende Abonnentenbasis und dürfte  zweifellos Sponsoren anziehen.

Aber der Ruch möglicher Profite und der Vorwurf des Elitismus reichen vielleicht nicht aus, um den Impuls abzutun, der diese Experimente antreibt: Die Sehnsucht nach etwas Besserem. Der zynische Blick auf das Projekt birgt die Gefahr, zu ignorieren, dass selbst die wohlhabendsten Afrikaner:innen in der Diaspora nicht vor den Hürden gefeit sind, die sich aus der marginalisierten Stellung des Kontinents in der Welt ergeben. Ausgestattet mit moderatem Wohlstand, einem kosmopolitischen Blick auf die Möglichkeiten, den eigenen Platz in der Welt zu behaupten, und dem Know-how zum Aufbau digitaler Plattformen scheinen die Gründer der digitalen Afropolitan Nation ernsthaft zu versuchen, jede technologische Welle zu nutzen, die das Potenzial hat, zunächst die afrikanische Diaspora und dann den Kontinent zu transformieren. Diese Vision begann mit digitaler Staatsbürgerschaft, NFTs als digitalem Identitätsnachweis und Kryptowährungen als Speicher für den Reichtum der Nation. Und auch wenn viele Fragen offenbleiben, ist weniger entscheidend, ob dieses Projekt scheitert oder gelingt. Vielmehr zählt, was der Weg selbst bewirkt: Er unterstreicht, dass jede Generation von Afrikaner:innen auf ihre eigene Weise versucht, ihr Recht auf Teilhabe an allen Sphären des menschlichen Lebens einzufordern.

Redaktionelle Notiz: Dieser Aufsatz ist ein Auszug aus Elias Adanus laufendem Buchprojekt über Afropolitan Performances in verschiedenen Medienräumen und fasst einige der Themen eines Kapitels zusammen. Für Fragen und Informationen zur Veröffentlichung des Buches kann der Autor unter eadanu@utep.edu erreicht werden.

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Digitale Kunstwerke bewahren: eine Herausforderung für Museen

Das Coverbild des Digitalgespräch-Podcasts. Folge 38 mit Margit Rosen

Was ist uns unser kulturelles Erbe wert, das in der Frühzeit der Digitaltechnik, also in digitaler Form entstanden ist? Wenn man sich die Ressourcen anschaut, die die Gesellschaft für die Bewahrung digitaler Kunst bereitstellt, könnte man meinen: Nicht viel. Zwar begann das Digitalzeitalter mit Digitalkunst. Und unlängst hat NFT-Kunst mit Rekordpreisen den Markt revolutioniert, die Kunstszene düpiert und in Aufruhr versetzt. Das alles heißt aber nicht, dass die Öffentlichkeit den Wert digitaler Kulturgüter erkennt. Zumindest wird zu wenig getan, um seinen Verlust zu verhindern: Digitale Kunst fachgerecht zu bewahren, zu restaurieren und zu archivieren, wie wir es selbstverständlich mit analogen Kulturgütern tun – dazu sind nur eine Hand voll Menschen überhaupt in der Lage. Und für etliche Werke, die heute im digitalen Raum entstehen und zugänglich sind, fehlen Strategien für Restauration und Archivierung bisher völlig. Hier hat die Kunst ähnliche Probleme, wie sie Wissenschaft und Verwaltung beklagen: Das Analoge ist haltbar, das Digitale – noch – fragil.

Margit Rosen leitet die Abteilung Wissen – Sammlung, Archive & Forschung am ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Die Expertin erklärt im Digitalgespräch die Herausforderung, vor denen Museen stehen, die digitale Bestände halten und für sie verantwortlich sind. Die schildert Bewegungen in der Kunstszene, beschreibt Debatten, Diskursräume und Akteure und zeigt auf, wie dringend sich die Gesellschaft der Vergänglichkeit ihrer digitalen Kultur bewusst werden muss. Mit den Gastgeberinnen Petra Gehring und Marlene Görger diskutiert Rosen, welche konkreten Fragen sich dabei stellen, wie relevant der Einbruch der Blockchain-Technologie in die Kunst- und Museumsszene dabei ist – und inwiefern Soziale Medien auch Kunst-Medien sind.

Folge 38: Digitalgespräch mit Margit Rosen vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, 27. Juni 2023

Weitere Informationen:

Zur Webseite des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe: https://zkm.de/de

Alle Folgen des Digitalgesprächs
Folge 73: Social Media in der Hochschul­kommunikation und der Ausstieg aus X

Mit Patrick Honecker von der Technischen Universität Darmstadt | 9. Dezember 2025 | zur Folge

Folge 72: Die Umsetzung des AI Act – wie wirkt die neue Verordnung sich aus?

Mit Domenik Wendt von der Frankfurt University of Applied Sciences | 18. November 2025 | zur Folge

Folge 71: Was sind und was leisten KI-Reallabore?

Mit Johannes Buchheim von der Philipps-Universität Marburg | 28. Oktober 2025 | zur Folge

Folge 70: Digitali­siertes Fahrrad: Welche Fort­ent­wick­lung­en gibt es?

Mit Rainer de Mey von Riese & Müller | 7. Oktober 2025 | zur Folge

Folge 69: Lehren und Erfahrungen aus dem Cyber-Angriff auf die Uni Gießen

Mit Matthias Stenke von der Justus-Liebig-Universität Gießen | 16. September 2025 | zur Folge

Folge 68: Digitale Werkzeuge und die Archäologie

Mit Friederike Fless von der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) | 5. August 2025 | zur Folge

Folge 67: Entwicklungs­sprünge, Zeiten­wende und KI: Neues zum Quanten­computing

Mit Frank Wilhelm-Mauch von der Universität des Saarlandes und dem Forschungszentrum Jülich | 15. Juli 2025 | zur Folge

Folge 66: Was weiß man über "Internet-Sucht"?

Mit Anja Bischof von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Lübeck | 24. Juni 2025 | zur Folge

Folge 65: Wissen, Verantwortung, Effizienz: Der Arztberuf unter dem Einfluss „Künstlicher Intelligenz“

Mit Oswald Hasselmann von der Schweizerischen Gesellschaft für Biomedizinische Ethik | 3. Juni 2025 | zur Folge

Folge 64: Literatur vereinfachen – mit KI? Digitalität und kulturelle Teilhabe

Mit Thomas Kater von der Universität Münster | 13. Mai 2025 | zur Folge

Folge 63: Das Virtual Operations Support Team des THW: Internet-Einsätze im Zivil- und Katastrophen­schutz

Mit Ralf Daniel vom Virtual Operations Support Team (VOST) des THW | 1. April 2025 | zur Folge

Folge 62: Schutz mittels Digital Services Act: Die Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten

Mit Michael Terhörst von der Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten (KidD) | 11. März 2025 | zur Folge

Folge 61: Digital Streetwork: Sozialarbeit in digitalen Räumen

Mit Christina Dinar von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin | 18. Februar 2025 | zur Folge

Folge 60: Weit mehr als Technik: Suchmaschinen verstehen

Mit Dirk Lewandowski von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg | 28. Januar 2025 | zur Folge

Folge 59: Was sind Berufsbilder und verändern sie sich durch Digitalität?

Mit Britta Matthes vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit | 26. November 2024 | zur Folge

Folge 58: Gesetze im „Digitalcheck“ und was daraus folgt: Verwaltung digitaltauglich aufstellen

Mit Stephanie Kaiser von der DigitalService GmbH des Bundes | 5. November 2024 | zur Folge

Folge 57: Dynamische digitale Strategien für den europäischen Sender ARTE

Mit Kemal Görgülü von ARTE GEIE | 15. Oktober 2024 | zur Folge

Folge 56: Tokenisierung von CO2-Zertifikaten: Blockchain für den Klimaschutz?

Mit Dominik Skauradszun von der Hochschule Fulda | 24. September 2024 | zur Folge

Folge 55: IT-Riesen und Softwaremonopole: Das Ringen der Hochschulen um digitale Souveränität

Mit Ramin Yahyapour von der Georg-August-Universität Göttingen und der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen | 3. September 2024 | zur Folge

Folge 54: Infrastrukturen im Weltraum für die Digitalität auf der Erde

Mit Holger Krag vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) | 13. August 2024 | zur Folge

Folge 53: Information und Desinformation – wie steht es um die Netzöffentlichkeit?

Mit Christian Stöcker von der HAW Hamburg | 18. Juni 2024 | zur Folge

Folge 52: KI und der Wert menschlicher Autorschaft: Der Kampf ums Urheberrecht

Mit Nina George vom European Writers‘ Council | 28. Mai 2024 | zur Folge

Folge 51: Kreatives Schreiben mit KI

Mit Jenifer Becker von der Universität Hildesheim | 7. Mai 2024 | zur Folge

Folge 50: Ein „Digitaler Zwilling“ aus Körperdaten? Auf dem Weg in die Gesundheitsvorsorge der Zukunft

Mit Malte Gruber von der Justus-Liebig-Universität Gießen | 16. April 2024 | zur Folge

Folge 49: Steuerfahndung mit Künstlicher Intelligenz: Panama, Pandora und mehr

Mit Christian Voß von der Forschungsstelle Künstliche Intelligenz (FSKI) am Finanzamt Kassel | 26. März 2024 | zur Folge

Folge 48: Der AI Act der EU: Wie er zustande kam und wie er KI reguliert

Mit Domenik Wendt von der Frankfurt University of Applied Sciences | 5. März 2024 | zur Folge

Folge 47: KI und Haftung: Wer steht ein für die Fehler Künstlicher Intelligenz?

Mit Carsten Gerner-Beuerle vom University College London | 13. Februar 2024 | zur Folge

Folge 46: Arena of IoT: ein Fußballstadion als digitales Reallabor

Mit Oliver Bäcker von EintrachtTech GmbH | 23. Januar 2024 | zur Folge

Folge 45: Digitale Forensik

Mit Felix Freiling von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg | 12. Dezember 2023 | zur Folge

Folge 44: Von Grundsatzdebatte bis Wahlkampf: Digital Kommunizieren in politischen Parteien

Mit Isabelle Borucki von der Philipps-Universität Marburg | 21. November 2023 | zur Folge

Folge 43: Digitalität und der demokratische Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Mit Florian Hager vom Hessischen Rundfunk | 31. Oktober 2023 | zur Folge

Folge 42: Sensible Daten für die Wissenschaft: Weshalb ein Forschungs­daten­gesetz?

Mit Stefan Bender von der Deutschen Bundesbank | 10. Oktober 2023 | zur Folge

Folge 41: Modellieren, Simulieren, Optimieren – die Digitalisierung des Energienetzes

Mit Alexander Martin von der Technischen Universität Nürnberg | 19. September 2023 | zur Folge

Folge 40: Digitalisierte Landwirtschaft – das Beispiel Obstbau

Mit Christine Rösch vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) | 8. August 2023 | zur Folge

Folge 39: Lehren und Lernen nach der Pandemie: Der schwierige Umbau des digitalen Schulunterrichts

Mit Jan Marco Leimeister von der Universität Kassel | 18. Juli 2023 | zur Folge

Folge 38: Digitale Kunstwerke bewahren: eine Herausforderung für Museen

Mit Margit Rosen vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe | 27. Juni 2023 | zur Folge

Folge 37: Tageszeitungen: Wie verändern sie sich im digitalen Wandel?

Mit Carsten Knop von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung | 6. Juni 2023 | zur Folge

Folge 36: Wie es Computern gelingt, eigenständig mit Sprache umzugehen

Mit Chris Biemann von der Universität Hamburg | 16. Mai 2023 | zur Folge

Folge 35: Daten­vielfalt hand­hab­bar machen – das Beispiel Bio­di­versi­täts­forschung

Mit Barbara Ebert von der Gesellschaft für Biologische Daten e. V. | 4. April 2023 | zur Folge

Folge 34: Maschinelles Lernen im Umweltmonitoring

Mit Hanna Meyer von der Universität Münster | 14. März 2023 | zur Folge

Folge 33: Was können kleine und große Drohnen? Zur Automatisierung von Fluggeräten

Mit Uwe Klingauf von der Technischen Universität Darmstadt | 21. Februar 2023 | zur Folge

Folge 32: Digitales Kreditscoring: Wie Datenanalysen darüber entscheiden, wem man Geld leiht und wem nicht

Mit Katja Langenbucher von der Goethe-Universität Frankfurt am Main | 31. Januar 2023 | zur Folge

Folge 31: Biochemie trifft Informatik: Wie man digitale Daten in DNA speichern kann

Mit Robert Grass von der ETH Zürich | 20. Dezember 2022 | zur Folge

Folge 30: In die eigene finanzielle Zukunft schauen: Digitale Rententransparenz

Mit Andreas Hackethal von der Goethe-Universität Frankfurt a.M. | 29. November 2022 | zur Folge

Folge 29: Gaming-Kultur für alle: Szenen, Debatten und ein Milliardenmarkt

Mit Rae Grimm von Webedia Gaming GmbH | 8. November 2022 | zur Folge

Folge 28: Digitale Spielräume in der Musikproduktion

Mit David Waldecker von der Universität Siegen | 18. Oktober 2022 | zur Folge

Folge 27: Hacker-Attacken und IT-Management: Cyber-Risiken versichern

Mit Florian Salm von der Gothaer Allgemeine Versicherung AG und Ulrich Greveler von der Hochschule Rhein-Waal | 27. September 2022 | zur Folge

Folge 26: Seltene Rohstoffe und Elektroschrott: Über Materialität und Recyclingprobleme des Digitalen

Mit Mathias Schluep vom World Resources Forum | 6. September 2022 | zur Folge

Folge 25: Sterben, Trauern und Vermächtnis: Was ändert sich durch Digitalität?

Mit Stephan Neuser vom Bundesverband Deutscher Bestatter e. V. | 16. August 2022 | zur Folge

Folge 24: Was ist das Darknet und was passiert dort?

Mit Kai Denker von der Technischen Universität Darmstadt | 5. Juli 2022 | zur Folge

Folge 23: Hochleistungsrechnen zu Zukunftsfragen: Das Deutsche Klimarechenzentrum

Mit Thomas Ludwig vom Deutschen Klimarechenzentrum | 14. Juni 2022 | zur Folge

Folge 22: Open Source für die öffentliche Verwaltung: das Beispiel Schleswig-Holstein

Mit Marit Hansen, Landesbeauftragte für Datenschutz Schleswig-Holsteins | 24. Mai 2022 | zur Folge

Folge 21: Von Datenschutz zu Datensouveränität: informationelle Selbstbestimmung in der digitalen Gesellschaft

Mit Steffen Augsberg von der Justus-Liebig-Universität Gießen | 3. Mai 2022 | zur Folge

Folge 20: Von Cartoons zu Instagram: „Perfekte Bilder“ und das Körperverhältnis von Mädchen

Mit Maya Götz vom Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) des Bayerischen Rundfunks | 12. April 2022 | zur Folge

Folge 19: Verträge automatisieren? Was sind und was leisten „Smart Contracts“?

Mit Nikolas Guggenberger von der Yale Law School | 22. März 2022 | zur Folge

Folge 18: KI und Krieg: Verhandeln für eine UN-Konvention gegen tödliche autonome Waffensysteme

Mit Anja Dahlmann vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg | 1. März 2022 | zur Folge

Folge 17: Was ist Gaia-X?

Mit Boris Otto von der TU Dortmund und dem Fraunhofer ISST | 8. Februar 2022 | zur Folge

Folge 16: Cookies, AirTags, Metadaten: Wohin führt das Tracking?

Mit Matthias Hollick von der Technischen Universität Darmstadt | 25. Januar 2022 | zur Folge

Folge 15: Mit Physik rechnen: Quanten­computer in der Realität

Mit Frank Wilhelm-Mauch von der Universität des Saarlandes | 11. Januar 2022 | zur Folge

Folge 14: Vermitteln, voranbringen, ermöglichen: Wie macht eine Digitalministerin Politik?

Mit Kristina Sinemus, der Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung | 14. Dezember 2021 | zur Folge

Folge 13: Likes, Bewertungen und smarte Assistenten – Risiken einer digitalen „Verbraucherdemokratie“

Mit Jörn Lamla von der Universität Kassel | 30. November 2021 | zur Folge

Folge 12: Von der Münze zum Token: Geld, Wert und Währung in der Digitalität

Mit Martin Diehl von der Deutschen Bundesbank | 16. November 2021 | zur Folge

Folge 11: Smarte Stadtentwicklung – was tun kommunale Unternehmen?

Mit Klaus-Michael Ahrend von der HEAG Holding AG | 2. November 2021 | zur Folge

Folge 10: Genetische Information im digitalen Zeitalter: Der Streit um das Nagoya-Protokoll

Mit Anna Deplazes Zemp von der Universität Zürich | 19. Oktober 2021 | zur Folge

Folge 9: Anspruch und Wirklichkeit: Wie steht es um den Datenschutz?

Mit Alexander Roßnagel, dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit | 5. Oktober 2021 | zur Folge

Folge 8: Predictive Policing und die Folgen: Datenanalyse in der Polizeiarbeit

Mit Simon Egbert von der Universität Bielefeld | 21. September 2021 | zur Folge

Folge 7: DE-CIX und die Architektur des Internets

Mit Harald A. Summa von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. | 7. September 2021 | zur Folge

Folge 6: Datenträger, Datendienste, Datenspuren: wissenschaftliche Bibliotheken und Verlage im digitalen Wandel

Mit Katrin Stump von der Universitätsbibliothek Braunschweig | 3. August 2021 | zur Folge

Folge 5: Datenchirurgie? Intelligente Technik im OP

Mit Stefanie Speidel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Dresden | 20. Juli 2021 | zur Folge

Folge 4: KI in der Finanzwelt

Mit Florian Möslein von der Philipps-Universität Marburg | 6. Juli 2021 | zur Folge

Folge 3: Blockchain nach Bitcoin: Regeln in der Welt der Krypto-Token

Mit Sebastian Omlor von der Philipps-Universität Marburg | 22. Juni 2021 | zur Folge

Folge 2: Emotet & Co: der Kampf gegen Cyberkriminalität

Mit Linda Bertram von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität | 8. Juni 2021 | zur Folge

Folge 1: Überwachung messbar machen

Mit Ralf Poscher vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht | 26. Mai 2021 | zur Folge

Folge 0: Digitalgespräch - ab dem 26. Mai 2021

Ein Vorgeschmack auf das Digitalgespräch | 24. Mai 2021 | zur Folge

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